Torpidität

Dies ist ein ruhender Blog. Eine Phase des: Ich weiß nicht wohin damit. Machen das nicht alle Blogger mal durch? Für den frauktose-Blog bedeutet das, dass meine Film- und Buchkritiken wieder zurück in den Entwürfe-Ordner gehen und dort vor sich hin vegetieren. Was öffentlich bleibt, hat mich entweder sehr viel Mühe gekostet oder ist eine Kurzgeschichte (meistens beides).

Es gibt für mich viele Gründe, den Blog in den Zustand der Torpidität zu versetzen. Zum Beispiel die Frage, was mich überhaupt dazu befähigt, das Internet vollzuschreiben (siehe ein anderer Beitrag). Und eine gewisse Diskrepanz zwischen meinem Denken und meinem geschriebenen Wort. Sie wächst mit dem Verstreichen von Zeit immer mehr.

Könnt ihr euch noch an meine Filmkritik zu Blau ist eine warme Farbe erinnern? Ich hoffe nicht. Sie war ganz einfach bescheuert. Ich habe mich ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt, weil ich dachte, das muss so. Bei erneutem Lesen stellte ich fest, dass sich meine Meinung, was den Film betrifft, nicht mehr mit der Filmkritik deckt. Was aber nicht heißt, dass ich ihn jetzt supertoll finde. Meine Meinung ist in irgendeine Graustufe zwischen Schwarz und Weiß abgewandert. Und der Text ist mir mittlerweile peinlich. Wie so viele andere Texte, die ich bislang geschrieben habe. Das passiert. Schriftsteller schämen sich manchmal im Nachhinein für ihre Bücher, warum sollte es mir mit meinem belanglosen Kram nicht ebenso gehen?

Eigentlich ist es etwas Gutes, wenn das Zukunfts-Ich die Gedanken des Vergangenheits-Ichs nicht mehr versteht. Das bedeutet, dass sich die eigene Sichtweise und das Denken ein Stück weiterbewegt haben. Meinungen und Ansichten sind eben nicht statisch und in Stein gemeißelt. Sie bewegen sich durch den Raum, nehmen neue Partikel auf und streifen alte ab. Was mich früher begeistert hat, ödet mich heute manchmal an.

Vielleicht steht dieser Blog auch deswegen still, weil ich die Stille gerade gut gebrauchen kann. Um mich herum tobt alles, die kleine Welt ebenso wie die große. Und in meinem Kopf erst. Der versucht zu begreifen, was das alles bedeutet. In wenigen Monaten muss er neue Entscheidungen fällen und meinen Körper zum nächsten großen Schritt im Leben manövrieren, der mit vielen Erwartungen verbunden ist. Bis dahin versuche ich, sämtliche Gedanken daran aus dem Kopf zu verbannen und die Leerstellen mit Wissen zu füllen. Die Bachelorarbeit ist vielleicht das Beste, das mir gerade passieren konnte.

Seht es mir nach. Bestimmt finde ich irgendwann eine Richtung.

eure frauktose

 

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2 Kommentare

  1. hiatamadl20 · März 5

    Wie schön doch Worte die Gesamtheit einer Tatsache ergreifen und dennoch nicht begreifen. Manches bereut man oder belächelt es im Nachhinein. Würden wir unsere Meinungen nicht stetig ändern, würden wir uns immer nur im Kreis auf der Stelle drehen und nicht weitergehen. Viel Erfolg bei deiner Bachelorarbeit!

    Gefällt mir

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